Wenn eine Frau in ihrer Beziehung oder im Dating zu viel männliche Energie lebt, entsteht ein Ungleichgewicht. Das ist oft der Grund für Beziehungskrisen, Trennungen oder dafür, dass eine Frau Single ist und keinen Partner findet.
Doch bevor du weiterliest, möchte ich noch auf eines hinweisen: Wir leben in einem Patriarchat, in dem das maskuline Prinzip verherrlicht wird. Fast alle Frauen leben deshalb ihren männlichen Pol zu stark. Einfach, weil wir so konditioniert wurden und es vorgelebt bekommen haben und nicht anders kennen. Es ist daher gut möglich, dass du dich in manchen Punkten wiedererkennst. Wenn das der Fall ist, sei gnädig mit dir selbst.
Was ist männliche Energie?
Bei der männlichen (Yang-)Energie stehen Leistung und Logik im Vordergrund, während Emotionen und Gefühle als Schwäche gelten und verdrängt werden. Männliche Energie ist zielgerichtet und treibt voran. Sie ist rational, durchsetzungsstark und kontrollierend.
Sie zeigt sich darin, dass man die Führung übernimmt, Ziele setzt, Entscheidungen trifft und Dinge aktiv umsetzt. In dieser Energie fehlen typische weibliche Attribute wie Leichtigkeit, Entspannung, Loslassen, emotionale Wärme und Sanftheit.
Woran du erkennst, dass du als Frau zu viel männliche Energie hast
Du erkennst, dass du als Frau zu viel männliche Energie hast, an verschiedenen Anzeichen: Körperlich kann sich das durch Anspannung oder Schlafprobleme zeigen. Emotional äußert es sich häufig in Stress, Burnout, ständigem Leistungsdruck, Schwierigkeiten loszulassen und dem permanenten Drang, produktiv zu sein und Ziele zu erreichen. Aber auch in Ängsten.
Fokus auf Leistung
Weil der Fokus auf Leistung statt auf Freude liegt, ist Überarbeitung oft die Folge. Viele Frauen mit zu viel männlicher Energie überfunktionieren regelrecht, indem sie alles gleichzeitig und meistens alleine managen:
Arbeit, Haushalt, Kinder, Ehrenamt und weitere Verpflichtungen, die auf ihren Schultern lasten. Wie die Vermietung von Ferienwohnungen, Pflege von Angehörigen, Planung von Familienfeiern und besonderen Anlässen… Die Liste ist schier endlos. Sie definiert ihren Selbstwert über Leistung.
Eine Frau, die zu sehr im Yang ist, versucht sich Liebe zu erarbeiten
Bei Singles stelle ich das häufig fest: Aus dem Leistungsgedanken tun Frauen mit viel maskuliner Energie alles für den Mann und übernehmen die Rolle derjenigen, die hart für die Beziehung arbeitet:
Die Initiative geht hauptsächlich von ihr aus: Sie schreiben ihm immer zuerst und rufen ihn an. Sie machen Vorschläge für Dates und planen diese. Sie backen ihm Kuchen, kochen für ihn und machen ihm kleine Geschenke.
Mit all dem versuchen sie ihn für sich zu gewinnen und sind damit in der männlichen Rolle in der Beziehung.
Mangelnde Selbstfürsorge und wenig Fühlen
Ein weiteres Zeichen ist ein Mangel an Selbstfürsorge: Frauen, die stark aus ihrer männlichen Energie heraus leben, neigen dazu, eigene Bedürfnisse und Gefühle zu ignorieren, um ihre Aufgaben zu erledigen oder Ziele zu erreichen.
Pausen und Ausgleich fehlen, weil das Bedürfnis nach Ruhe oder Erholung gar nicht wahrgenommen wird oder sie sich nicht erlaubt, zur Ruhe zu kommen.
Erschöpfung und innere Unruhe
Das führt langfristig zu emotionaler Erschöpfung und Unzufriedenheit. Gleichzeitig kann ein zu viel an maskuliner Energie dazu führen, dass eine Frau Hilfe entweder ablehnt oder gar nicht wahrnimmt. Dadurch entsteht bei ihr das Gefühl, alles alleine schaffen zu müssen und keine Hilfe annehmen zu dürfen, weil das als Schwäche gelten würde.
Ständige Aktivität kann außerdem dazu führen, dass man innerlich unruhig wird und schnell die Geduld verliert, weil es schwerfällt, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen – schließlich ist man dann ja nicht produktiv. Wenn Dinge nicht schnell genug vorangehen, reagieren Frauen mit viel Yang-Energie oft frustriert oder gereizt.
Schwierigkeiten mit der weiblichen Identität
Schließlich kann eine überbetonte männliche Seite bei einer Frau dazu führen, dass sie Schwierigkeiten mit ihrer weiblichen Identität hat. Sie ist nicht mit sich selbst und ihrer weiblichen Kraft verbunden und lehnt ihre Weiblichkeit ab oder versteckt sie. Darüber habe ich in diesem Artikel geschrieben: Sich sicher fühlen in seiner Weiblichkeit
Anzeichen, dass du in der Beziehung zu viel männliche Energie hast
Die Hauptverantwortung zu tragen
Ein typisches Muster ist das Gefühl, sich für alles allein zuständig zu fühlen. Eine Frau mit zu viel männlicher Energie ist in der Beziehung diejenige, die alles in die Hand nimmt: Sie plant Urlaube, Dates oder gemeinsame Projekte, organisiert den Alltag und entscheidet oft ganz selbstverständlich, wo es langgeht.
Die meisten Entscheidungen trifft sie selbst. Vorschläge ihres Partners übergeht sie, wenn sie überzeugt ist, es besser zu wissen. Manchmal versucht sie ihn zu verändern, damit er sich so verhält, wie sie es sich wünscht.
Es fällt ihr schwer, Kontrolle abzugeben
Sie macht ihrem Partner vielleicht Vorwürfe, weil er „nichts tut“ oder ihr nichts abnimmt, und manchmal wirkt er auf sie eher wie ein zusätzliches Kind, als ein gleichwertiger Partner.
Gleichzeitig hat sie aber ein Problem damit, die Kontrolle abzugeben, weil sie Angst hat, dass Dinge dann schiefgehen oder ihr entgleiten, wenn sie nicht so gemacht werden, wie sie es für richtig hält. Sie versucht sich durch Kontrolle Sicherheit zu erschaffen.
Dazu kommt, dass eine Frau mit viel männlicher Energie hohe Ansprüche hat und was der Partner tut, nie gut genug ist. So ist sie sehr kritisch und er hat das Gefühl nichts richtig machen zu können.
Ein passiver Partner
Indem sie automatisch die Führungsrolle übernimmt und nichts abgibt, nimmt sie ihrem Partner die Möglichkeit, aktiv zu werden. So bleibt er in einer passiven Rolle, während sie sich immer stärker überlastet fühlt.
Diese Dynamik beginnt zuerst mit einer leichten Schieflage, die über die Zeit immer mehr kippt und sich verschärft: Er macht gar nichts mehr und resigniert, sie fühlt sich alleine gelassen und übernimmt noch mehr die Initiative.
Sie tut sich schwer, um Hilfe zu bitten
Wenn sie um Hilfe bittet, geschieht das meist entweder in einer vorwurfsvollen Art oder so, dass der Partner sich bevormundet fühlt, weil sie sich nicht traut, verletzlich zu sein.
Statt Unterstützung, führt das oft zu Streit oder Widerstand des Partners. So fragt sie mit der Zeit immer weniger nach Hilfe und versucht eben alles selbst zu schaffen.
Schwierigkeiten in Beziehungen, wenn eine Frau zu viel in der männlichen Energie ist
Wenn eine Frau zu viel in ihrer männlichen Energie lebt, wirkt sich das häufig deutlich auf die Beziehungsdynamik aus. Die Anziehung lässt nach, weil die notwendige Polarität zwischen männlicher und weiblicher Energie fehlt.
Die emotionale Verbundenheit leidet, wenn der Fokus zu stark auf Logik und Effizienz liegt. Dann funktioniert ein Paar oft nur noch, aber das emotionale Fundament bricht weg. Was oft der Nährboden ist für Affären oder eine Beziehung, in der man nur noch nebeneinander her lebt.
Ist eine Frau in ihrer Männlichkeit, entmännlicht sie ihren Partner zwangsläufig, weil sie ihm die männliche Rolle wegnimmt und ihn für Dinge kritisiert, die typisch männliche Eigenschaften sind.
Es entstehen Machtkämpfe und Streit, was immer ein deutliches Zeichen ist, dass beide Partner in der männlichen Energie sind.
Auch wenn ein Mann sich zurückzieht und immer passiver wird, liegt das daran, dass die Frau zu sehr in die männliche Rolle gerutscht ist und er keinen Raum findet, selbst die Initiative zu ergreifen.
In Beziehungen, in denen die Frau zu viel männliche Energie hat, hat sie oft das Gefühl, dass alles an ihr hängenbleibt und fühlt sich von ihrem Partner nicht wertgeschätzt.
Raus aus der männlichen Energie als Frau, zurück in deine Weiblichkeit
Wenn du dich in diesen Beschreibungen wiederfindest, bedeutet das nicht, dass mit dir etwas „falsch“ ist. Es zeigt nur, dass du – wie so viele Frauen – in einer männlich geprägten Welt Strategien entwickelt hast, die dich leistungsfähig, stark und unabhängig gemacht haben.
Doch in deinen Beziehungen verhindert genau das, dass du in einer Partnerschaft ankommst, in der es leicht ist und du dich erfüllt und wertgeschätzt fühlst. Männliche Energie ist auch nicht schlecht – nur wenn du eine Frau bist, ist sie in einer Beziehung nicht deine Rolle, sondern die deines Mannes.
Die gute Nachricht: Du kannst lernen, dich wieder mit deiner weiblichen Energie zu verbinden und in die weibliche Rolle in der Beziehung zu kommen. Genau dabei begleite ich dich in meinem Audio-Kurs Faszinierende Weiblichkeit.
Wenn du spürst, dass es Zeit für Veränderung ist, dann melde dich jetzt an und beginne den Weg zurück in deine Weiblichkeit und Verbundenheit in deiner Beziehung.
Alles Liebe,
deine Caroline
Beziehungs- & Singlecoach
Ich bin Caroline, ausgebildeter Lifecoach, und begleite Frauen, die sich in ihrem Liebesleben nicht gesehen fühlen oder sich zu sehr anpassen. Mein Fokus ist, Frauen in ihre feminine Kraft zu bringen. In der intensiven Arbeit im 1:1 Coaching unterstütze ich sie dabei, alte Muster zu lösen und eine glückliche Beziehung zu erreichen.
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