Oft erlebe ich, dass Frauen sich in Beziehungen nicht geliebt fühlen und unglücklich sind, weil sie wollen, dass Liebe so wie in ihrer Vorstellung aussieht. Wie ihr Ego es erwartet.

Vor Kurzem habe ich mit einer Frau darüber gesprochen, dass sie sich in ihrer Beziehung nicht gesehen fühlt. Der Grund war, dass ihr Partner wenig über ihre Arbeit nachfragt, die für sie einen großen Teil von ihr ausmacht.

Gleichzeitig hat sie erkannt, dass er seine Liebe auf andere Weise zeigt – indem er Dinge für sie in der Wohnung repariert oder andere Sachen für sie erledigt. Indem er ihr hilft, wenn sie Hilfe braucht.

Sie hat das zwar alles gesehen, aber nicht zählen lassen. Denn ihr Ego wollte etwas anderes. Es wollte, dass er ihr seine Liebe so zeigt, wie sie es sich wünscht. Indem er von sich aus Fragen über ihre Arbeit stellt, wie Frauen das untereinander oft tun, indem sie nachfragen. Und sie wollte, dass er ihr damit das Gefühl gibt, gesehen zu werden.

Das erlebe ich häufig im Coaching mit verschiedensten emotionalen Themen.

Männer lieben anders und Frauen wollen sie oft verändern

Das Problem ist, dass diese Bedürfnisse oft aus unserem inneren Kind kommen und dafür ist der Partner nicht zuständig, sondern nur wir selbst.

(Natürlich geht es hier nicht darum, dass das innere Kind wörtlich für den Job gesehen werden möchte. Vielmehr spiegelt sich darin ein tieferes Bedürfnis, das sich über die Arbeit zeigt – aber das würde zu weit führen, daher gehe ich an dieser Stelle nicht weiter darauf ein.)

Worum es mir geht ist: Eine erfüllte Beziehung entsteht, wenn wir erkennen, wie Männer uns auf ihre Art und Weise ihre Liebe zeigen.

Und um uns geliebt und gesehen zu fühlen ist es wichtig, dass wir auch Männer so sehen wie sie sind und nicht verändern wollen. Denn letztendlich machen wir nichts anderes, als das, was wir ihm selbst vorwerfen, wenn wir sagen: Ich will aber, dass er mir seine Liebe so zeigt, wie ich es will, nicht wie er es von sich aus tut.

Damit sehen wir ihn auch nicht so wie er wirklich ist, sondern wollen ihn nur verändern.

Und ich spreche aus eigener Erfahrung, denn früher ging es mir ähnlich. Es hat sogar die Beziehung zu meinem Vater verändert, als ich gesehen und dadurch schließlich auch gefühlt habe, dass er mir seine Liebe einfach anders zeigt, als ich es erwarte.

Das ist, was die fünf Sprachen der Liebe zeigen: Es gibt fünf verschiedene Sprachen und die Sprache, in der du empfängst, muss nicht die sein (und ist auch oft nicht), auf der Männer ihre Liebe zeigen. Das heißt, es ist ein Sender-Empfänger-Problem – nicht, dass die Liebe fehlt.

Oft hätten Frauen gerne von ihren Männern, dass sie nach ihren Gefühlen fragen und ihnen so Raum geben. Aber das ist nicht wie Männer sind. Es ist wichtig aufzuhören, zu versuchen aus unseren Männern Frauen machen zu wollen oder sie unbewusst mit Frauen zu vergleichen. Denn sie sind keine Frauen.

Warum Männer nicht nachfragen

Männer sind ziel- und ergebnisorientiert, praktisch, bodenständig, tatkräftig. Sie sind die Herrscher der physischen Welt – nicht der emotionalen Welt, wie wir Frauen, das ist nicht ihr Milieu.

Sie bauen Sachen, lösen Probleme, das ist ihre Stärke und dafür müssen wir sie schätzen und so sein lassen, wie sie sind. Sonst hätten wir nicht die Welt, die wir haben, in der Männer (vieles nur für Frauen) gebaut haben. Anstatt sie dafür abzuwerten, dass sie von sich aus nicht den Austausch über Emotionen suchen.

Frauen stellen Nähe her und zeigen Liebe durch Nachfragen, dem anderen Raum geben und Gespräche über Gefühle. Während fast alle Männer durch ihre praktische Veranlagung ihre Liebe mehr über Taten zeigen. Daher macht es für ihn keinen Sinn, sie immer wieder nach ihrer Arbeit zu fragen.

Außerdem: Wenn ein Mann keine konkrete Lösung für ein Problem seiner Partnerin finden kann (z.B. weil es nicht in seinem Einflussbereich liegt), fühlt er sich unzulänglich. Er tickt nicht so wie wir Frauen und stellt Verbindung her, indem er darüber spricht.

Das sieht er in seiner zielorientierten Denkweise schlichtweg nicht als sinnvoll an. Während es uns Frauen oft hilft, über etwas, das uns belastet, einfach zu sprechen und jemanden zum Zuhören zu haben – noch ohne konkrete Lösung.

Für eine erfüllte, glückliche Beziehung ist es notwendig, das zu akzeptieren, anstatt zu versuchen, ihn zu ändern.

Die Abwertung des Männlichen

Es schmerzt mich manchmal, wenn ich sehe, dass Frauen Männer dafür unterschwellig abwerten. Weil Männer nicht auf sie eingehen, indem sie nachfragen und dafür als „zum dumm“ oder unsensibel abgestempelt werden. 

Es zeigt, dass Frauen nicht sehen und fühlen können, wie wunderbar Männer sein können, wenn sie in ihrer gesunden Männlichkeit stehen.

Wenn mich etwas belastet und es mir ein Bedürfnis ist, mit meinem Partner darüber (mehr) zu sprechen, dann sage ich ihm das und fordere ein Gespräch darüber ein: „Schatz, mir ist wichtig, dass wir darüber reden. Es beschäftigt mich.“

Anstatt darauf zu warten, dass er mich darauf anspricht oder verbittert darüber zu werden, dass er es nicht tut. Denn das macht Beziehungen kaputt.

Parallel spreche ich mit meinen Freundinnen auf die Art und Weise darüber, wie wir das unter Frauen tun, aber diese Erwartung habe ich nicht an ihn. Ich habe aufgehört, Dinge von Menschen zu erwarten, die sie nicht geben können oder wollen.

Manchmal fällt uns das am schwersten, denn dahinter stehen häufig tief verborgene Bedürfnisse unseres inneren Kindes. Bedürfnisse, die früher nicht erfüllt wurden und die wir unbewusst noch immer auf Menschen im Außen übertragen.

Diese Erwartungen loszulassen, kann schmerzhaft sein. Was dabei hilft, ist innere-Kind-Arbeit durch Eigenversorgung dieser inneren Anteile, wie ich sie im 1:1-Coaching begleite.

Wie Vorstellungen von Liebe Singles im Dating fehlleiten können

Auch Singles erleben das oft, wenn sie im Dating Erfahrungen machen, in denen Liebe nicht so aussieht wie in ihrer Vorstellung: Sie lernen jemanden kennen und sind Feuer und Flamme für ihn. Sie denken: Er ist es.

Der Anfang fühlt sich intensiv und aufregend an, doch mit der Zeit flacht die Begeisterung von Seite des Mannes immer mehr ab. Es entsteht ein Ungleichgewicht, in der sie sich stark nach ihm sehnt und die Initiative immer mehr von ihr ausgeht. Während seine Bemühungen nachlassen und er sich zurückzieht.

Hier wird intensive Anziehung aus Chemie oft mit Liebe verwechselt, wie ich in diesem Artikel geschildert habe: Der Unterschied zwischen Chemie und Liebe

Liebe neu wahrnehmen

Wenn Liebe nicht so aussieht, wie in unserer Vorstellung, sind wir gefordert, zu wachsen und uns zu entwickeln. Wenn du Interesse hast, dies mit meiner Begleitung zu tun, melde dich hier für ein Coaching bei mir.

Und wenn du Single bist oder dich in einer Beziehung unglücklich fühlst und verstehen möchtest, was die Gründe dafür sien können und was du tun kannst – dann kann dir mein kostenloser Minikurs dabei helfen:

Alles Liebe,

deine Caroline

letzte Aktualisierung: Dezember 2025

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Caroline Höchtl - Beziehungscoach
Caroline Höchtl

Beziehungs- & Singlecoach

Ich bin Caroline, zertifizierter Lifecoach, und begleite Frauen zu mehr Selbstwirksamkeit und weiblicher Stärke in Beziehungen zu Männern. Im intensiven Einzelcoaching unterstütze ich dabei, hinderliche Muster loszulassen und die Basis für eine erfüllte, glückliche Beziehung zu schaffen.

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